Stiftung für Soziale Psychiatrie

Stiftung für Soziale Psychiatrie

Schirmherr:
Dr. Henning Scherf, Bürgermeister a.D., Bremen

Die Stiftung wird unterstützt von:
Jürgen Becker, Kabarettist, Köln Günter Wallraff, Schriftsteller, Köln


*DGSP vergibt den dritten Stiftungspreis – Bewerbungsschluss verlängert bis 12. Februar 2012


Komm, wir gehen stiften – aber bitte in die richtige Richtung!

Von Christian Nieraese
Die vielleicht etwas flapsige Aufforderung "Komm wir gehen stiften!" oder "Stiften gehen" (die ich treffend und witzig finde), soll hoffentlich mit der dazugehörenden Abbildung der in eine Richtung laufenden Füße (Artikel von Martin Osinski in der "Sozialen Psychiatrie" 2/2006) nicht suggerieren, dass diese Menschen alle stiften gehen, sondern entschlossenen Schrittes geradewegs zur Bank eilen, um die Stiftung für Soziale Psychiatrie mit einem Beitrag zu unterstützen. Viele Unterstützerinnen und Unterstützer haben diese Richtung eingeschlagen, und dennoch gilt immer noch, was Martin Osinski in seinem sehr informativen Bericht von 2006 über die beschlussfassende Mitgliederversammlung zur Gründung der Stiftung beschrieben hat: "Jeder weite Weg beginnt mit dem ersten kleinen Schritt" (mit diesem Hinweis hatte Berater Wilfried Theißen-Boljahn von der Stiftung "Gemeinsam handeln – Paritätischer Stiftungsverbund NRW" die kontrovers diskutierende Mitgliederversammlung schließlich überzeugt). Auch stimmt bis heute seine Einschätzung, dass für den Erfolg der Stiftung die Verbreitung des Stiftungsgedankens maßgebliche Bedeutung haben wird.

Helfen Sie mit, die Stiftung bekannt zu machen!

Darum haben wir uns in der Vergangenheit viele Gedanken gemacht und sind fortdauernd darum bemüht, der Stiftung ein Gesicht zu geben, das auch nach außen Wirkung zeigt. Erste, wenn auch noch nicht spektakuläre Schritte in die richtige Richtung waren eine gelungene Lesung vor kleinem Zuhörerkreis im "Struwwelpeter-Museum" nach der DGSP-Jahrestagung im November 2010 in Frankfurt am Main und eine gut besuchte Kultur- und Diskussionsveranstaltung am 5. Mai 2011 anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in Köln. Kulturelle Initiativen als Benefiz-Veranstaltungen für die Stiftung möchten wir gerne weiterhin organisieren. Über Ideen und Anregungen, möglicherweise von den vielen kreativen Menschen aus dem DGSP-Umkreis, sind wir hocherfreut und dankbar. Solche Veranstaltungen sind zwar aufwendig und arbeitsintensiv, aber sie machen auch Spaß! Ohne Zweifel hat die Gründung der Stiftung für Soziale Psychiatrie die laufende Arbeit des DGSP-Vorstandes und auch die DGSP-Geschäftsstelle (wie vorab von Kritikern einer Stiftungsgründung befürchtet) zusätzlich belastet. Es ist deshalb auch ein besonderes Verdienst des Vorstandes und der Geschäftsstelle, dass schon sehr früh Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewonnen werden konnten, die (anfangs zusammen mit der damaligen ehrenamtlichen Geschäftsführerin Gudrun Uebele), in einem engeren und erweiterten Beirat die Aufbauarbeit mitgetragen haben. Zum ersten engeren Beirat gehörte unter anderem Christiane Tilly, die ich gerne zitieren möchte: "Unsere Stiftung unterscheidet sich insofern von anderen Stiftungen, als im Beirat auch psychisch kranke Menschen vertreten sind, die, gemeinsam mit den Fachleuten aus verschiedenen psychiatrischen Bereichen, für die Idee eintreten. Ich selbst habe eine Lebenskrise mit einigen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken hinter mir und arbeite heute selbst mit psychisch kranken Menschen. Wie weit der Weg zur Gesundung ist und wie wichtig dabei Projekte sind, die Unterstützung geben, beispielsweise um auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen zu können, weiß ich aus eigener Erfahrung."


Der Stiftungsbeirat

Der Stiftungsbeirat hat sich inzwischen verändert. Mir scheint es wichtig und notwendig zu sein, hier auch einmal die Namen der Personen zu nennen, die für die Stiftung stehen und die sie auch nach außen repräsentieren. Als Schirmherrn konnten wir Dr. Henning Scherf, Bürgermeister a.D. aus Bremen gewinnen. Der Kabarettist Jürgen Becker und der Schriftsteller Günter Wallraff, beide aus Köln, sind als prominente Bürger Paten der Stiftung. Der Vorsitzende der DGSP, Friedrich Walburg, ist gleichzeitig Vorsitzender der Stiftung und des Stiftungsbeirates. Im engeren Stiftungsbeirat arbeiten mit: – Annelies Arms, Leiterin eines Sozialpsychiatrischen Wohnheimes in Niedersachsen, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der DGSP; – Irmela Boden, Studienrätin, Heilpraktikerin, Tanztherapeutin, Gestalttherapeutin; – Bettina Scholtz, Diplom-Psychologin in der psychiatrischen Ambulanz Groß-Gerau bei "Vitos" Riedstadt, Vorstand eines gemeinnützigen Trägervereins, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der DGSP; – Ingo Ulzhoefer, Psychiatrie-Erfahrener, Genesungsbegleiter, EX-IN-Trainer, Referent zu sozialpsychiatrischen Themen aus der Erfahrenen-Perspektive, Moderator von Psychose-Seminaren und Workshops; – Christian Nieraese, Diplom-Sozialarbeiter, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Stiftung. Zum erweiterten Beirat gehören in alphabetischer Reihenfolge: – Prof. Dr. Thomas Bock, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut, Leiter der sozialpsychiatrischen Ambulanz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Buchautor – Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Psychiater und Soziologe, ehem. leitender Arzt der Psychiatrischen Klinik Gütersloh, psychiatrischer Lehrstuhl an der Universität Witten-Herdecke, Gründungsmitglied der DGSP, Buchautor; – Andreas Knuf, Diplom-Psychologe, niedergelassener Psychotherapeut, tätig in Fort- und Weiterbildung, Buchautor; – Dr. Charlotte Köttgen, Kinder- und Jugendpsychiaterin, ehem. Leiterin des Jugendpsychiatrischen/-psychologischen Dienstes im Amt für Jugend, Hamburg, Sprecherin des DGSP-Fachausschusses Kinder und Jugendliche, Buchautorin; – Margret Osterfeld, Psychiaterin mit Psychiatrie-Erfahrung, Mitglied im DGSP-Vorstand, Buchautorin; – Gisela Petersen, Diplom-Kauffrau, ehem. berufstätig in der Erwachsenenbildung, Vorstand des psychiatrischen Notdienstes Darmstadt, Vorstandsvorsitzende des Ortsverbandes der Angehörigen psychisch Kranker Darmstadt e.V.; – Hilde Schädle-Deininger, Fachkrankenschwester für Psychiatrie, Diplom-Pflegewirtin, Lehrerin für Pflegeberufe an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt (Main), Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Frankfurt (Main), Gründungsmitglied der DGSP, Buchautorin. Der Stiftungsbeirat entscheidet in allen wichtigen Fragen und wird über laufende Veränderungen informiert. Er bildet gleichzeitig die Jury für die Zuerkennung des Stiftungspreises.


Bewerben Sie sich für den Stiftungspreis 2012!

Am 5. Mai 2012 wird zum dritten Mal der mit 500 Euro dotierte "Förderpreis der Stiftung für Soziale Psychiatrie" verliehen. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal dazu aufrufen, Projekte für den Stiftungspreis einzureichen. Wir haben den Bewerbungsschluss um einen Monat verlängert. Er ist am 12. Februar 2012! Den Ausschreibungstext finden Sie in untenstehender Anzeige. Die Förderung innovativer Projekte und Initiativen zur Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist das vornehmlichste Anliegen der Stiftung. Mit Geldern der Stiftung können zum Beispiel Modellprojekte wie das trialogische Wohnprojekt "Offene Herberge Leonberg" unterstützt werden, in dem Psychiatrie-Erfahrene, Bürgerhelfer und Profis gemeinsam ein Wohnprojekt und Freizeitangebote für psychisch erkrankte Menschen betreuen. Dieses vorbildliche Projekt hat 2008 den ersten Stiftungspreis gewonnen. 2009 wurde die EX-IN-Börse Hamburg mit dem Preis bedacht: ein Forum, in dem Absolventen der EX-IN–Ausbildung bezahlte Arbeitsplätze suchen können und Erfahrungsaustausch betreiben. Ein Mediensonderpreis aus Stiftungsmitteln wurde im selben Jahr an Alexandra Pohlmeier verliehen für ihren Film "20 Jahre Trialog", in dem sie am Beispiel des von Dorothea Buck und Prof. Dr. Thomas Bock vor zwanzig Jahren gegründeten Hamburger Psychoseseminars die Entwicklung der trialogischen Idee für die Psychiatrie beleuchtet. Der Preis war auch eine Würdigung ihres Films "Himmel und mehr – Dorothea Buck auf der Spur", der bundesweit höchste Beachtung und Anerkennung erfahren hat. Das sind nur einige Beispiele der Projektförderung durch die Stiftung für Soziale Psychiatrie.


Weihnachtszeit – Spendenzeit

Die Stiftung für Soziale Psychiatrie ist auch weiterhin auf Spenden angewiesen. Viele kleine und manche größere Beträge sind seit ihrer Gründung eingegangen, wobei Ideenreichtum und Engagement der Spender sehr zu würdigen sind: So zum Beispiel wurden anlässlich von Beerdigungen Zuwendungen für die Stiftung gesammelt, geladene Geburtstagsgäste zum "Stiftengehen" gebeten, und auch die Alterspyramide der DGSP mit Jubiläen und Pensionierungen aller Art eignen sich vorzüglich, die berufliche Laufbahn mit einer guten Tat zu verbinden. Nicht zu vergessen ist auch die steuerliche Absetzbarkeit, in deren Genuss Sie für 2011 noch kommen, wenn Sie sofort (wir hoffen, die "Soziale Psychiatrie" ist im Briefkasten) handeln – auch zwischen den Feiertagen! In diesem Sinne bitte ich um genaues Hinsehen und wünsche allen einen erfolgreichen Jahresabschluss.
Christian Nieraese ist ehrenamtlicher Geschäftsführer der Stiftung für Soziale Psychiatrie.


Hinweis: Projektbeschreibungen für den Stiftungspreis an die E-Mail-Adresse: c.nieraese@vodafone.de Weitere Informationen zur Stiftung und zum Stiftungspreis erhalten Sie auch im Internet unter www.stiftung-sozialpsychiatrie.de und in der DGSP-Geschäftsstelle, Zeltinger Str. 9, 50969 Köln, Tel.: (02 21) 51 10 02, Fax: (02 21) 52 99 03, E-Mail: dgsp@netcologne.de


flyer*neues Infoblatt zur Stiftung hier herunterladen: a-Monitorversion (klein) b-Druckversion (sehr groß)
Neuigkeiten

Zur Stiftungsgründung haben durch ihre Spenden beigetragen: Gudrun Callier, Martin Osinski, Markus Broscheid, Bettina Scholtz, Dr. H.-D. Lehmkuhl, Dr. Klaus-Dieter Dresler (†), Norbert Schäfers, Renate Schernus, Heiner Schmitt, Karin Morisse, Christian Nieraese und Helga Schmidt-Nieraese, Wolfgang Keller, Andreas Wörner, Helmut Röthenmeier, Andreas Habicht, Gudrun Tissler-Berndt, Ilse Braunschweig, Hilde Schädle-Deininger, Petra Groh-Kankarowitsch und die Landesverbände Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Westfalen. Vielen Dank an alle Spender.

Unsere Stiftung wird unterstützt von dem Kabarettisten

Jürgen Becker

Jürgen Becker