Stiftung für Soziale Psychiatrie

Stiftung für Soziale Psychiatrie

Schirmherr:
Dr. Henning Scherf, Bürgermeister a.D., Bremen

Die Stiftung wird unterstützt von:
Jürgen Becker, Kabarettist, Köln Günter Wallraff, Schriftsteller, Köln

Veranstaltungshinweis

Die Bremer Sozialpsychiatrie: Barrieren überwinden und Das Blauhaus an der Hafenkante - ein Quartier für eine barrierefreie Stadt -

Moderation: Prof Dr. Annelle Keil

am Mittwoch, 04.05.2016 16.00 — 19.30 Uhr
Blaue Karawane Speicher Xl, Nr. 4, Am Speicher Xl, 28 217 Bremen

Broschüre (Flyer) hier zum herunterladen

Förderpreis der Stiftung für Soziale Psychiatrie

Mannheim. Gibt es Beispiele für psychiatrische Hilfen, die dort stattfinden, wo die Menschen sie brauchen, um weiter in ihrem Umfeld leben zu können? Wo wird der Trialog – also das gemeinsame Handeln von Psychiatrie-Erfahrenen, ihren Angehörigen und professionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Psychiatrie – wirklich gelebt ? Und welche Angebote der Psychiatrie sind nahtlos und im besten Sinn inklusionsorientiert mit Bereichen wie der Jugend- oder Wohnungslosenhilfe vernetzt?

Die Stiftung für Soziale Psychiatrie suchte mit ihrer Ausschreibung für den Förderpreis 2013 Projekte, die zeigen, dass diese Schwerpunkte in der Praxis umsetzbar sind. Prämiert wurden nun unter den mehr als 30 Einreichungen gleich zwei herausragende Beispiele:

Das Psychiatrie-Museum Leipzig überzeugte die Jury mit seiner vielschichtigen Arbeit im Sinne der Sozialpsychiatrie: Einerseits werden die Ausstellungen, Veranstaltungen und Stadtführungen mit ihrer Aufbereitung der Psychiatrie- Geschichte aus der Perspektive von Betroffenen in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und wirken damit entstigmatisierend. Andererseits gibt es eine nicht nur räumliche Verbindung zwischen dem Museum und dem 1990 gegründeten Leipziger Psychiatrie-Betroffenenverein Durchblick e.V. Dieser ist zugleich Träger der Einrichtung, beide sind im gleichen Gebäude untergebracht. Das Museum bietet hier Psychiatrie-Erfahrenen Möglichkeiten eines qualifizierten Zuverdienstes – Führungen, Projekt- oder Archivarbeit – im geschützten Raum. (www.psychiatriemuseum.de)

Das Projekt „Nur Bürger integrieren Bürger“ des Sozialpsychiatrischen Verbands Haßberge in Trägerschaft der Diakonie Bamberg -Forchheim hat zum Ziel, langjährig chronisch kranke Heimbewohner in eigenen Wohnungen in ihrem persönlichen Umfeld in einer Gemeinde so zu integrieren, dass sie einen möglichst selbst bestimmten Alltag leben können. Möglich wird das im Landkreis Haßberge, weil diesen Menschen, die zuvor oft über viele Jahre hinweg in Einrichtungen betreut worden waren, Bürgerhelfer zur Seite stehen. Zusätzlich zum Fachpersonal unterstützen diese ehrenamtlich tätigen Bürgerhelfer Psychiatrie-Erfahrene zum Beispiel bei der Freizeitgestaltung. Eine “gelebte Nachbarschaftshilfe“, so der Projektträger, dank derer aktuell 82 Personen trotz teils hohen Unterstützungsbedarfs eine Heimat in der örtlichen Gemeinde finden. (www.dwbf.de)

Der Förderpreis der Stiftung für Soziale Psychiatrie unter dem Titel „Seelische Gesundheit stiften!“ ist mit 2500 Euro dotiert, die nun zu gleichen Teilen an die Preisträger gehen. Die feierliche Übergabe für das Projekt „Nur Bürger integrieren Bürger“ findet am 19.Oktober 2013 um 17.00 Uhr im Haus auf dem Zeilberg in 96126 Maroldsweisach statt

Die Stiftung für Soziale Psychiatrie: Unter dem Motto“ Seelische Gesundheit stiften “ wurde am 5. Mai 2007 die Stiftung für Soziale Psychiatrie in der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) offiziell gegründet. Das Credo: Das erfolgreiche Engagement für die Weiterentwicklung der sozialpsychiatrischen Behandlung und Betreuung der Betroffenen braucht eine solide finanzielle Basis. Im Mittelpunkt der Stiftung steht insbesondere das Engagement für innovative und nachhaltige Modelle sozialpsychiatrischer Betreuung und Behandlung psychisch kranker Menschen. Dies soll durch die finanzielle Unterstützung von Modellprojekten, bürgerschaftlichen Initiativen, Forschungsarbeiten oder Bildungsangeboten geschehen, die wichtige Aspekte psychischer Erkrankung berücksichtigen. Förderfähig sind Vorhaben, die Menschen mit psychischen Erkrankungen auf gleicher Augenhöhe begegnen, sie in ihrem Selbstbestimmungsrecht stärken und auf die Erhaltung ihrer Menschenwürde und Verbesserung ihrer Lebensqualität hinwirken.

Mannheim, Oktober 2013
Bild zum Spendenaufruf

Stiftung für Soziale Psychiatrie c/o DGSP e.V. *Zeltinger Straße 9 * 50969 Köln

Mit der Gründung der Stiftung für Soziale Psychiatrie im Jahr 2007 hat die DGSP konsequent einen lange überlegten Schritt vollzogen und den Grundstein gelegt für eine solide finanzielle Basis der vielfältigen Aktivitäten und des Engagements für die Weiterentwicklung und Verbesserung der Behandlung und Versorgung psychisch kranker Menschen. Die Förderung innovativer Projekte und Initiativen zur Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist das vornehmlichste Anliegen der Stiftung. Mit Geldern der Stiftung können z.B. Modellprojekte wie das trialogische Wohnprojekt "Offene Herberge Leonberg" unterstützt werden, in dem Psychiatrie-Erfahrene, Bürgerhelfer und Profis gemeinsam ein Wohnprojekt und Freizeitangebote für psychisch kranke Menschen betreuen. Zu Recht hat dieses einzigartige Projekt den ersten Stiftungspreis gewonnen. Im Jahr 2009 wurde die Ex-In-Börse Hamburg mit einem Preis bedacht, in der Absolventen der Ex-In-Ausbildung bezahlte Arbeitsplätze suchen und Erfahrungsaustausch betreiben. Ein Mediensonderpreis aus Stiftungsmitteln wurde im selben Jahr an Alexandra Pohlmeier verliehen für ihren Film "20 Jahre Trialog", in dem sie am Beispiel des von Dorothea Buck und Prof. Dr. Thomas Bock vor 20 Jahren gegründeten Hamburger Psychoseseminars die Entwicklung der trialogischen Idee für die Psychiatrie beleuchtet. Der Preis ist auch eine Würdigung ihres wunderbaren Films "Himmel und mehr - Dorothea Buck auf der Spur", der bundesweit höchste Beachtung und Anerkennung erfahren hat. Das sind nur einige Beispiele dafür, was wir mit Stiftungsmitteln bewirken können. Wir möchten unsere Arbeit fortsetzen und die Stiftung für Soziale Psychiatrie weiterentwickeln. Gerne würden wir Sie als Unterstützer gewinnen.

Unsere Bankverbindung des Stiftungskontos ist:
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Kto-Nr. 7 23 47 06
bzw.
BIC: BFSWDE33XXX
IBAN: DE5737 0205 0000 0134 7600
Über Ihre Spende freuen wir uns! Sie erhalten umgehend eine Spendenbescheinigung.

*Infomaterial unten auf dieser Seite


Komm, wir gehen stiften – aber bitte in die richtige Richtung!

Von Christian Nieraese
Die vielleicht etwas flapsige Aufforderung "Komm wir gehen stiften!" oder "Stiften gehen" (die ich treffend und witzig finde), soll hoffentlich mit der dazugehörenden Abbildung der in eine Richtung laufenden Füße (Artikel von Martin Osinski in der "Sozialen Psychiatrie" 2/2006) nicht suggerieren, dass diese Menschen alle stiften gehen, sondern entschlossenen Schrittes geradewegs zur Bank eilen, um die Stiftung für Soziale Psychiatrie mit einem Beitrag zu unterstützen. Viele Unterstützerinnen und Unterstützer haben diese Richtung eingeschlagen, und dennoch gilt immer noch, was Martin Osinski in seinem sehr informativen Bericht von 2006 über die beschlussfassende Mitgliederversammlung zur Gründung der Stiftung beschrieben hat: "Jeder weite Weg beginnt mit dem ersten kleinen Schritt" (mit diesem Hinweis hatte Berater Wilfried Theißen-Boljahn von der Stiftung "Gemeinsam handeln – Paritätischer Stiftungsverbund NRW" die kontrovers diskutierende Mitgliederversammlung schließlich überzeugt). Auch stimmt bis heute seine Einschätzung, dass für den Erfolg der Stiftung die Verbreitung des Stiftungsgedankens maßgebliche Bedeutung haben wird.

Helfen Sie mit, die Stiftung bekannt zu machen!

Darum haben wir uns in der Vergangenheit viele Gedanken gemacht und sind fortdauernd darum bemüht, der Stiftung ein Gesicht zu geben, das auch nach außen Wirkung zeigt. Erste, wenn auch noch nicht spektakuläre Schritte in die richtige Richtung waren eine gelungene Lesung vor kleinem Zuhörerkreis im "Struwwelpeter-Museum" nach der DGSP-Jahrestagung im November 2010 in Frankfurt am Main und eine gut besuchte Kultur- und Diskussionsveranstaltung am 5. Mai 2011 anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in Köln. Kulturelle Initiativen als Benefiz-Veranstaltungen für die Stiftung möchten wir gerne weiterhin organisieren. Über Ideen und Anregungen, möglicherweise von den vielen kreativen Menschen aus dem DGSP-Umkreis, sind wir hocherfreut und dankbar. Solche Veranstaltungen sind zwar aufwendig und arbeitsintensiv, aber sie machen auch Spaß! Ohne Zweifel hat die Gründung der Stiftung für Soziale Psychiatrie die laufende Arbeit des DGSP-Vorstandes und auch die DGSP-Geschäftsstelle (wie vorab von Kritikern einer Stiftungsgründung befürchtet) zusätzlich belastet. Es ist deshalb auch ein besonderes Verdienst des Vorstandes und der Geschäftsstelle, dass schon sehr früh Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewonnen werden konnten, die (anfangs zusammen mit der damaligen ehrenamtlichen Geschäftsführerin Gudrun Uebele), in einem engeren und erweiterten Beirat die Aufbauarbeit mitgetragen haben. Zum ersten engeren Beirat gehörte unter anderem Christiane Tilly, die ich gerne zitieren möchte: "Unsere Stiftung unterscheidet sich insofern von anderen Stiftungen, als im Beirat auch psychisch kranke Menschen vertreten sind, die, gemeinsam mit den Fachleuten aus verschiedenen psychiatrischen Bereichen, für die Idee eintreten. Ich selbst habe eine Lebenskrise mit einigen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken hinter mir und arbeite heute selbst mit psychisch kranken Menschen. Wie weit der Weg zur Gesundung ist und wie wichtig dabei Projekte sind, die Unterstützung geben, beispielsweise um auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen zu können, weiß ich aus eigener Erfahrung."


Der Stiftungsbeirat

Der Stiftungsbeirat hat sich inzwischen verändert. Mir scheint es wichtig und notwendig zu sein, hier auch einmal die Namen der Personen zu nennen, die für die Stiftung stehen und die sie auch nach außen repräsentieren. Als Schirmherrn konnten wir Dr. Henning Scherf, Bürgermeister a.D. aus Bremen gewinnen. Der Kabarettist Jürgen Becker und der Schriftsteller Günter Wallraff, beide aus Köln, sind als prominente Bürger Paten der Stiftung. Der Vorsitzende der DGSP, Friedrich Walburg, ist gleichzeitig Vorsitzender der Stiftung und des Stiftungsbeirates. Im engeren Stiftungsbeirat arbeiten mit: – Annelies Arms, Leiterin eines Sozialpsychiatrischen Wohnheimes in Niedersachsen, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der DGSP; – Irmela Boden, Studienrätin, Heilpraktikerin, Tanztherapeutin, Gestalttherapeutin; – Bettina Scholtz, Diplom-Psychologin in der psychiatrischen Ambulanz Groß-Gerau bei "Vitos" Riedstadt, Vorstand eines gemeinnützigen Trägervereins, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der DGSP; – Ingo Ulzhoefer, Psychiatrie-Erfahrener, Genesungsbegleiter, EX-IN-Trainer, Referent zu sozialpsychiatrischen Themen aus der Erfahrenen-Perspektive, Moderator von Psychose-Seminaren und Workshops; – Christian Nieraese, Diplom-Sozialarbeiter, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Stiftung. Zum erweiterten Beirat gehören in alphabetischer Reihenfolge: – Prof. Dr. Thomas Bock, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut, Leiter der sozialpsychiatrischen Ambulanz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Buchautor – Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Psychiater und Soziologe, ehem. leitender Arzt der Psychiatrischen Klinik Gütersloh, psychiatrischer Lehrstuhl an der Universität Witten-Herdecke, Gründungsmitglied der DGSP, Buchautor; – Andreas Knuf, Diplom-Psychologe, niedergelassener Psychotherapeut, tätig in Fort- und Weiterbildung, Buchautor; – Dr. Charlotte Köttgen, Kinder- und Jugendpsychiaterin, ehem. Leiterin des Jugendpsychiatrischen/-psychologischen Dienstes im Amt für Jugend, Hamburg, Sprecherin des DGSP-Fachausschusses Kinder und Jugendliche, Buchautorin; – Margret Osterfeld, Psychiaterin mit Psychiatrie-Erfahrung, Mitglied im DGSP-Vorstand, Buchautorin; – Gisela Petersen, Diplom-Kauffrau, ehem. berufstätig in der Erwachsenenbildung, Vorstand des psychiatrischen Notdienstes Darmstadt, Vorstandsvorsitzende des Ortsverbandes der Angehörigen psychisch Kranker Darmstadt e.V.; – Hilde Schädle-Deininger, Fachkrankenschwester für Psychiatrie, Diplom-Pflegewirtin, Lehrerin für Pflegeberufe an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt (Main), Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Frankfurt (Main), Gründungsmitglied der DGSP, Buchautorin. Der Stiftungsbeirat entscheidet in allen wichtigen Fragen und wird über laufende Veränderungen informiert. Er bildet gleichzeitig die Jury für die Zuerkennung des Stiftungspreises.


Stiftungflyer*neues Infoblatt zur Stiftung hier herunterladen: a-Monitorversion (klein) b-Druckversion (sehr groß)
Neuigkeiten

Zur Stiftungsgründung haben durch ihre Spenden beigetragen: Gudrun Callier, Martin Osinski, Markus Broscheid, Bettina Scholtz, Dr. H.-D. Lehmkuhl, Dr. Klaus-Dieter Dresler (†), Norbert Schäfers, Renate Schernus, Heiner Schmitt, Karin Morisse, Christian Nieraese und Helga Schmidt-Nieraese, Wolfgang Keller, Andreas Wörner, Helmut Röthenmeier, Andreas Habicht, Gudrun Tissler-Berndt, Ilse Braunschweig, Hilde Schädle-Deininger, Petra Groh-Kankarowitsch und die Landesverbände Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Westfalen. Vielen Dank an alle Spender.

Unsere Stiftung wird unterstützt von dem Kabarettisten

Jürgen Becker

Jürgen Becker